Geschichte Cumlosens
| Willi Westermann |
750 Jahre Cumlosen zwischen "C" & "K"
(Auszug aus der Festrede des Bürgermeisters Harald Pohle
zur 750 Jahrfeier Cumlosen)
C - Cumlosen

D - Dorfentwicklung
Ein Dorf in der Mitte Deutschlands und doch immer wieder in Grenzlage ; Mittelpunkt des Ländchens Cumlosen in seiner Geschichte: Grenze zwischen germanischem und slawischen Siedlungsraum: Sitz einer Ritterburg (vielleicht sogar einer Raubritterburg): Handels- und Gerichtsplatz mit der Symbolfigur eines Rolands; die Nähe zum Strom inmitten von Marschauen am Rande bewaldeter Geesthügel; Wirtschaftsraum für Bauern, Handwerker und Fischer; mit eigenwilliger Siedlungsstruktur: Gehöft auf Wurten zum Schutze vor dem Hochwasser; nach 1945 geprägt durch die innerdeutsche Grenze und die Grenzüberwachungsstelle Elbe; nach der Wende auf dem Wege zu einem neuen Gesicht mit traditionellen Zügen.
E - Elbe
Der Strom bedeutet für uns Cumlosener Trennung und Verbindung; er prägt
die Landschaft und den Alltag durch die Jahrhunderte; er ist Nahrungsquelle
und Existenzbedrohung; ist Augenweide und Erholungsraum, aber auch rauher Gesell`
und Herausforderer. Beständig anwesend und sich laufend wandelnd zieht
dieser Strom seine Bahn, auch in unserer aller Seelen.
Im Sportbootclub ist die Nähe zu unserer Elbe sichtbar.
F - Fischerei
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Das Wappen zeigt es: Neben der Mühle, die die Ergebnisse der Arbeit von Bauern und Handwerk symbolisiert, ist der Hecht das Sinnbild der Fischer und ihres Broterwerbs. In der Rolandssage haben sie ihren Platz aus der Geschichte heraus; heute spiegelt sich dies in der Aktivität aller Angler wider. |
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G - Grenze und Grenzöffnung
Grenze und Cumlosen gehören in der Geschichte zusammen. Vermutlich hat
auch die Rolandsage diese Verbindung; denn Grenzorte waren eben häufig
Orte des Handels und der Marktgerichtbarkeit. Einschneidend wirkte sich die
innerdeutsche Grenze aus, die Cumlosen anfangs ins Sperrgebiet einbezog und
danach wirtschaftlich, sozial und kulturell in eine Randlage drängte. Mit
der Grenzöffnung 1989 rückte Cumlosen wirtschaftsgeografischh aus
dieser peripheren Situation ins Zentrum Deutschlands, ja sogar Europas.
H - Herausforderungen zwischen Wirtschaftsentwicklung
und Naturschutz
Cumlosen ist eine der zum Amt Lenzen-Elbtalaue gehörenden Gemeinden eines
einheitlichen Natur-, Wirtschafts- und Kulturraumes zwischen Dömitz und
Wittenberge im äußersten Nordwesten Brandenburgs. Hohe Arbeitslosenquoten
und Strukturschwäche müssen kompensiert werden. Die gewählte
Gemeindevertretung steht für ein Miteinander von Naturschutz und Wirtschaftsentwicklung.
Dabei wissen alle, die hier wohnen, sehr wohl um die Einzigartigkeit unseres
Landstriches. Nur dürfen wir nicht vergessen, dass über 30 Jahre lang
die Menschen aus politischen Gründen vertrieben wurden.
Dies darf sich nicht aus wirtschaftlichen Gründen fortsetzen. Die Sorge
um den Schutz der Natur ist in der Arbeit der Ornithologen in guten Händen.
I - Integrierte ländliche Entwicklung
In Brandenburg nennt man die Konzeption für Dorferneuerung und Dorfentwicklung
"Integrierte Ländliche Entwicklung" (ILE). Es geht darum, dass
sich auch Cumlosen innerhalb dieser Herangehensweise von der "Landwirtschaft
zu einer Wirtschaft-auf-dem-Lande entwickelt".
Das integrierende äußert sich in dem Bemühen, die alte Dorfmitte
neu zu beleben und in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinde und Kulturverein die
Dorfmitte um Kirche, Pfarrhaus, Kulturhaus und Gemeindescheune unter dem verbindenden
Titel "Rolandswurt" neu zu gestalten. Ein erster Schritt zum Jubiläumsjahr
könnte der Ausbau der Dorfscheune und die bessere Ausstattung der Heimatstube
"Willi Westermann" sein. Unser Kulturverein gestaltet ihren Inhalt.
J - Jubiläumsjahr 1996
Seit der ersten Erwähnung Cumlosens sind 750 Jahre vergangen; sicher Jahre
der Blüte und der Armut; Jahre der Freude und des Leids; Jahre des Freidens
und des Streits; Jahre der Hoffnung und des Zweifels.
Zur 750-Jahrfeier stellt sich unser Dorf durch das Engagement seiner Einwohner
dar und spiegelt seine Geschichet wider; im Bewußtsein, dass es Wandlungen
gab, gibt und immer geben wird. Dies drückt sich auch an solchen Äußerlichkeiten
aus wie der Schreibweise des Dorfnamens, heute mit
C und - noch gar nicht lange her - mit K wie
K - Kumlosen